Die Tiere und wir. Billigfleisch, Bestie oder bester Freund?
Zur Beziehung von Menschen und Tier, 2026




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  Komplexe Beziehungen zwischen Menschen und Tieren prägten alle Gesellschaften: Tiere waren Götter, spirituelle Begleiter, Jäger und Gejagte, Nahrung, Statussymbole, Arbeitskräfte, Transportmittel, Beschützer, exotisches Spektakel und Forschungsobjekte.

Schon die frühe Kooperation von Menschen und Wolf trug dazu bei, dass Homo sapiens anderen Homo erectus Arten überlegen war. Aus tierischen Stoffen entstanden Behausungen, Kleidung, Werkzeuge und Waffen. Nutztiere sind sowohl die Grundlage der nomadischen Lebenswelten weltweit als auch der Sesshaftigkeit und der Landwirtschaft. Ohne Transporttiere hätte es keine weiten Handelswege und keinen kulturellen Austausch gegeben, ohne Pferde nicht die Eroberungen durch die Reitervölker.

In der Ausstellung geht es um Nutztiere und Haustiere, Zootiere und dressierte Tiere, um vermenschlichte Tiere in Film und Fernsehen, um Tiere als Spielzeug und das idealisierte Bild, dass Kindern von Tieren vermittelt wird.

Es wird deutlich, wie abhängig der Mensch von den Tieren seit Beginn seiner Entwicklung war und wie eng Mensch und Tier verwoben sind. Doch immer prägen der Mensch und seine Bedürfnisse die Beziehung. Kommt es angesichts des dramatischen Verschwindens vieler Tierarten zu einem Umdenken? Aktuell verändert sich unser Blick auf die Tiere.

Doch zugleich entstand in den Industrienationen eine paradoxe Situation: während Haustiere zum Partner- und Kindesersatz werden und ein Milliardengeschäft um ihre Haltung entstand, werden Tiere in der Massentierhaltung weiterhin als gefühllose Ware betrachtet und gnadenlos verwertet.

Nicht zuletzt geht es in der Ausstellung um die Frage: wie verschieden sind Mensch und Tier eigentlich?

Die Sonderausstellung öffnet am Sonntag, den 01.02.2026 und ist bis zum 14.06.2026 im Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseum zu sehen.

(Text: Dr. Alice Selinger)